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Ratgeber · Vertrieb

Appointment Setter werden.
Aufgaben, Bezahlung, Remote-Jobs und der Weg zum Closer.

Ein Appointment Setter ruft Interessenten an oder schreibt sie an, prüft, ob sie passen, und legt den Termin für den Closer. Bezahlt wirst du freiberuflich pro Termin oder mit Provision, in aktuellen Remote-Anzeigen zum Beispiel 30 € pro wahrgenommenem Termin oder 10 Prozent vom Auftragswert. Hier stehen die Bezahlmodelle, die rechtlichen Fallen bei Kaltakquise und der Weg vom Setter zum Closer.

Was ein Appointment Setter macht

Ein Appointment Setter spricht Interessenten an, prüft, ob sie zum Angebot passen, und vereinbart den Termin für den Closer. So beschreibt es zum Beispiel die Remote-Anzeige von ENLY: Marken identifizieren, ansprechen, Bedarf ermitteln, Leads qualifizieren und Termine für Closer legen, Abruf 01.10.2026.

Den Abschluss machst du als Setter nicht. Die Anzeige von Akkoma sagt es wörtlich: Verkaufsabschlüsse sind für den Setter nicht erforderlich, er vereinbart Erstgespräche mit der Geschäftsführerin.

Die drei Kanäle

  • Telefon: Der Klassiker. Bei Immocation führst du telefonische Erstgespräche mit Interessenten und übergibst sie an das Expertenteam.
  • Direktnachrichten und Social Media: ENLY nennt DM, E-Mail und Social Media als Outbound-Kanäle.
  • LinkedIn: Im B2B-Bereich der naheliegende Kanal, weil dort die Entscheider mit Position und Firma stehen. Für Werbung per E-Mail und Nachricht gelten eigene Regeln, mehr dazu weiter unten.

Inbound oder Outbound

Der größte Unterschied zwischen zwei Setter-Jobs liegt bei den Leads. Bei Inbound haben sich die Leute schon gemeldet, du rufst zurück. Bei Outbound suchst du sie selbst. NiCe Publishing stellt die Leads und spricht von 50 bis 100 terminierten Erstgesprächen pro Woche. Bei Akkoma machst du Kaltakquise und die Leads sind nicht gestellt.

Was ein Appointment Setter verdient

In den Remote-Anzeigen werden Setter variabel bezahlt: pro Termin, mit Provision auf den Abschluss oder beides. In der Remote-Liste von yeahbase sind alle 10 Anzeigen freiberuflich ausgeschrieben, Abruf 01.10.2026.

Vier Setter-Anzeigen im Vergleich, Abruf 01.10.2026
AnzeigeBezahlungLeadsZeit pro Woche
ENLY, E-Commerce-Marken30 € pro qualifiziertem, wahrgenommenem Termin plus 10 % bei Abschlussselbst recherchieren10 Stunden
Akkoma, B2B-Telefonakquise10 % vom Netto-Auftragswert, kein Fixum, Auszahlung nach Vertragsunterschriftselbst, Kaltakquise5 Stunden empfohlen
NiCe Publishing, digitale DienstleistungenProvision, kein Betrag pro Termin genanntgestellt20 Stunden
Immocation, ImmobilienausbildungProvision, kein Fixum genanntgestellt30 Stunden
Tabelle seitlich wischen

Quellen: ENLY, Akkoma, NiCe Publishing, Immocation. Rechne jedes Angebot mit deinen Zahlen durch. Bei ENLY bringen 10 wahrgenommene Termine 300 €, die Provision kommt nur dazu, wenn der Closer abschließt. Die Angebote dort kosten 599 bis 6.799 €, 10 Prozent davon sind 59,90 bis 679,90 €.

Angestellt: die Vergleichsgröße

Im angestellten Vertrieb heißt die Rolle Sales Development Representative, kurz SDR, oder Mitarbeiter im Telefonverkauf. Die Zahlen von StepStone geben dir eine feste Messlatte für jedes Provisionsangebot.

41.100 €Mediangehalt brutto im Jahr, Junior Sales Development Representative
34.000 bis 49.800 €Spanne Junior SDR laut StepStone
37.200 €Mediangehalt brutto im Jahr, Mitarbeiter im Telefonverkauf
30.800 bis 44.200 €Spanne Telefonverkauf laut StepStone

Quellen: StepStone Junior Sales Development Representative und StepStone Mitarbeiter/in Telefonverkauf, Stand 2026. Bringt dir ein Provisionsmodell bei vollem Einsatz weniger als diese Werte, bezahlst du das Risiko des Auftraggebers mit.

Angestellt als SDR oder freiberuflich auf Provision

Beide Wege führen zum selben Skill. Sie unterscheiden sich bei Sicherheit, Freiheit und Risiko.

SDR und freiberuflicher Setter im Vergleich
PunktAngestellter SDRFreiberuflicher Setter
Bezahlungfestes Gehalt, Median Junior 41.100 € brutto im Jahrpro Termin oder Provision, oft ohne Fixum
Sozialversicherungzahlt der Arbeitgeber mitträgst du selbst
Gewerbenicht nötigbei Akkoma ausdrücklich Pflicht
Arbeitszeitnach Vertragfrei, laut Anzeigen 5 bis 30 Stunden pro Woche
ArbeitsortHomeoffice nach Abspracheremote oder Homeoffice in allen vier Anzeigen oben
Tabelle seitlich wischen

Quellen: StepStone, Akkoma, ENLY, Immocation.

Scheinselbstständigkeit in einem Satz

Freiberuflich auf dem Papier reicht nicht. Feste Arbeitszeiten, regelmäßige Berichtspflichten und vorgeschriebene Software sind laut Deutscher Rentenversicherung Merkmale abhängiger Beschäftigung. Schreibt dir ein Auftraggeber 30 Stunden, Telefonzeiten und ein bestimmtes CRM vor, prüf deinen Status. Wie das Statusverfahren läuft, steht im Ratgeber Closer werden.

Was bei Kaltakquise verboten ist

Ein Werbeanruf bei Privatpersonen ohne deren vorherige ausdrückliche Einwilligung ist verboten. Bei Firmen brauchst du zumindest eine mutmaßliche Einwilligung (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG).

Für Werbung per E-Mail gilt die strengere Regel: Sie braucht eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, auch bei Firmen. Eine enge Ausnahme gilt nur für eigene Bestandskunden (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 und Abs. 3 UWG). Kalte Werbe-E-Mails an gekaufte Adressen sind damit raus.

Bußgelder und Pflichten

  • Bis zu 300.000 € Bußgeld für Werbeanrufe bei Verbrauchern ohne Einwilligung, zuständig ist die Bundesnetzagentur (§ 20 UWG).
  • Bis zu 300.000 € zusätzlich, wenn du bei einem Werbeanruf deine Nummer unterdrückst (Bundesnetzagentur).
  • 5 Jahre muss die Einwilligung eines Verbrauchers dokumentiert und aufbewahrt werden (§ 7a UWG). Fehlt die Dokumentation, drohen bis zu 50.000 € (§ 20 UWG).
  • 39.842 Beschwerden über unerlaubte Werbeanrufe gingen 2025 bei der Bundesnetzagentur ein, 6 Prozent mehr als 2024. Sie verhängte in 13 großen Verfahren über 1,099 Millionen Euro Bußgeld (Bundesnetzagentur, 26.01.2026).

Bei Anrufen an Firmen verhängt die Bundesnetzagentur keine Bußgelder, sie ist nur für Verbraucher zuständig (Bundesnetzagentur). Erlaubt wird der Anruf ohne mutmaßliche Einwilligung dadurch nicht. Kläre deshalb auch im B2B-Setting vor dem ersten Anruf, warum genau diese Firma Interesse am Angebot haben kann.

DSGVO bei Lead-Listen

Wer Kontaktdaten nicht direkt von der Person bekommt, muss sie spätestens bei der ersten Kontaktaufnahme informieren, unter anderem woher die Daten stammen (Art. 14 DSGVO). Widerspricht jemand der Werbung, dürfen seine Daten dafür nicht mehr verwendet werden (Art. 21 DSGVO). Notier jeden Widerspruch sofort im CRM.

Die drei Skills, die einen guten Setter ausmachen

Ein guter Setter braucht keine Verkaufsrhetorik. Er braucht einen Leitfaden, klare Fragen und Ausdauer beim Nachfassen.

1. Ein Gesprächsleitfaden

  1. Wer du bist und warum du anrufst

    Name, Firma und der konkrete Grund in zwei Sätzen.

  2. Erlaubnis holen

    Frag, ob jetzt zwei Minuten passen. Ein Nein heißt: neuen Zeitpunkt vereinbaren.

  3. Bedarf klären

    Lass dir das Problem in den Worten deines Gegenübers schildern.

  4. Qualifizieren

    Prüf mit den Fragen unten, ob ein Termin für beide Seiten Sinn ergibt.

  5. Termin fest machen

    Datum, Uhrzeit, Teilnehmer und eine Bestätigung per Kalendereinladung.

2. Qualifizierungsfragen nach BANT

BANT steht für Budget, Authority, Need und Timeline und wurde in den 1950er Jahren bei IBM verwendet (Mailchimp). Du klärst damit vier Dinge: ob Geld da ist, ob du mit dem Entscheider sprichst, ob ein echtes Problem besteht und bis wann es gelöst sein soll. Ein Termin ohne Entscheider kostet den Closer eine Stunde.

3. Nachfassen

Ich habe mit 18 im Vertrieb angefangen, in sechs Jahren über 5 Millionen Euro selbst abgeschlossen und 73 Leute selbst aufgebaut. Bei uns galt beim Telefonieren eine feste Regel:

Ein Anwahlversuch heißt, mindestens dreimal jemanden durchklingeln.
Armin Eco

Wer einen Kontakt einmal anruft und abhakt, verschenkt die meisten Termine. Schreib abends vier Zahlen auf: Anwahlen, erreicht, Termine, wahrgenommene Termine. Daran siehst du, ob es beim Erreichen, beim Gespräch oder beim Erscheinen hakt.

Wie du KI darüber hinaus für eigene Aufträge nutzt, steht im Ratgeber mit KI Geld verdienen.

Wo du Appointment-Setter-Jobs remote auf Deutsch findest

Setter-Stellen laufen unter vielen Namen. Such deshalb mit mehreren Begriffen gleichzeitig.

  • Freiberuflich: Appointment Setter, Setter, Sales Setter, Terminierer, Vertriebsassistent Setter
  • Angestellt: Sales Development Representative, Business Development Representative, Telefonvertrieb Homeoffice, Inside Sales
  • Jobbörsen: yeahbase für Remote-Vertrieb, die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit mit Filter Homeoffice, dazu StepStone und LinkedIn

Als Quereinsteiger ohne Erfahrung kommst du über Setting gut rein: Akkoma schreibt ausdrücklich, dass Quereinsteiger willkommen sind. Weitere Wege zu Einkommen ohne festen Ort stehen im Ratgeber ortsunabhängig Geld verdienen.

Checkliste: seriöses Setter-Angebot

  • Die Bezahlung steht in Euro pro Termin oder Prozent pro Abschluss schriftlich im Vertrag.
  • Es ist geregelt, was als wahrgenommener oder qualifizierter Termin zählt.
  • Du weißt, ob die Leads gestellt werden und woher sie stammen.
  • Privatpersonen rufst du nur mit dokumentierter Einwilligung an.
  • Die Firma zeigt dir das Produkt und den Closer, für den du terminierst.
  • Du musst kein Coaching und keine Ausbildung kaufen, um anfangen zu dürfen.
  • Arbeitszeiten und Software sind nicht so vorgeschrieben, dass du faktisch angestellt bist.

Vom Setter zum Closer

Setting ist die Vorstufe zum Closing. Du lernst Bedarf erkennen, Einwände hören und Gespräche führen, ohne den Abschluss zu tragen. Manche Firmen suchen beide Rollen zusammen, die Remote-Liste von yeahbase führt etwa eine Anzeige für B2B Setter und Closer.

  1. Setten mit gestellten Leads

    Du lernst Gesprächsführung, ohne dir die Kontakte selbst suchen zu müssen.

  2. Eigene Zahlen führen

    Anwahlen, Termine und wahrgenommene Termine zeigen dir und dem Auftraggeber, was du kannst.

  3. Beim Closing zuhören

    Bitte darum, Abschlussgespräche aus deinen Terminen mitzuhören.

  4. Erste eigene Abschlüsse

    Starte mit kleinen Angeboten und frag nach einer Provision auf den Abschluss.

Was Closer verdienen, was eine Ausbildung kostet und welche Fallen im Vertrag stecken, steht im Ratgeber Closer werden.

Remote aus dem Ausland

Alle vier Anzeigen oben laufen remote oder im Homeoffice, Immocation nennt ausdrücklich Workations. Wer dauerhaft aus dem Ausland arbeiten will, braucht dafür ein passendes Visum und einen Nachweis über sein Einkommen. Wie das für Thailand läuft, steht in remote arbeiten in Thailand. Im Zero Limits Circle bauen wir genau diese Reihenfolge auf, ohne dir ein bestimmtes Einkommen zu versprechen.

Fazit: der Termin ist das Produkt

Appointment Setter ist der kürzeste Einstieg in den Vertrieb: kein Abschlussdruck, Arbeit von überall, Bezahlung pro Termin oder Abschluss. Ob es sich lohnt, entscheidest du vorher mit gestellten Leads, einem klaren Vertrag und sauberer Einwilligung. Bezahlt wirst du für Termine, die stattfinden, und die bekommst du nur mit Nachfassen.

Häufige Fragen

Appointment Setter: die häufigsten Fragen

Ein Appointment Setter spricht Interessenten per Telefon, Nachricht oder E-Mail an, prüft, ob sie zum Angebot passen, und legt einen Termin für den Closer oder den Vertrieb. Den Abschluss macht er nicht. Die Anzeige von Akkoma sagt das wörtlich: Verkaufsabschlüsse sind für den Setter nicht erforderlich.

Freiberufliche Setter bekommen meist Geld pro Termin oder Provision. Eine aktuelle Remote-Anzeige zahlt 30 € pro wahrgenommenem Termin plus 10 Prozent bei Abschluss, eine andere 10 Prozent vom Netto-Auftragswert ohne Fixum. Angestellte Junior Sales Development Representatives verdienen laut StepStone im Median 41.100 € brutto im Jahr.

Ja. Eine formale Ausbildung brauchst du nicht, und einige Remote-Anzeigen schreiben ausdrücklich, dass Quereinsteiger willkommen sind. Starte mit einer Stelle, bei der dir Leads gestellt werden. Dann lernst du Gesprächsführung, bevor du dir Kontakte selbst suchen musst. Kauf vorher keine teure Ausbildung.

Bei Privatpersonen nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung, so steht es in § 7 UWG. Bei Firmen und anderen Unternehmern reicht eine zumindest mutmaßliche Einwilligung. Für Werbe-E-Mails brauchst du dagegen immer eine ausdrückliche Einwilligung. Für Werbeanrufe bei Verbrauchern ohne Einwilligung drohen laut § 20 UWG bis zu 300.000 € Bußgeld.

Die Aufgabe ist fast dieselbe: Leads ansprechen, qualifizieren und Termine legen. Der Sales Development Representative ist angestellt und bekommt ein festes Gehalt, laut StepStone im Median 41.100 € brutto für Junior-Stellen. Der Setter arbeitet meist freiberuflich auf Termin- oder Provisionsbasis und trägt Sozialversicherung und Risiko selbst.

Ja, Setting läuft per Telefon, Video und Nachricht. Alle vier Setter-Anzeigen in diesem Artikel laufen remote oder im Homeoffice, eine nennt ausdrücklich Workations. Wer dauerhaft aus dem Ausland arbeitet, braucht ein passendes Visum und muss Steuern und Sozialversicherung vorher klären, am besten mit einem Steuerberater.

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