KI-Agenten erstellen ohne Programmieren.
4 Wege, Beispiele und dein erster Agent.
Du willst KI-Agenten erstellen, die dir echte Arbeit abnehmen, aber nicht programmieren? Das geht. In diesem Ratgeber vergleiche ich die vier Wege, die sich für Einsteiger lohnen: Claude, ChatGPT, Microsoft Copilot Studio und n8n. Du siehst, was kostenlos geht, was es kostet, und baust am Ende deinen ersten Agenten für eine Aufgabe, die dich jede Woche nervt.
Was ist ein KI-Agent? Der Unterschied zu Chatbot und Automatisierung
Ein KI-Agent ist ein Sprachmodell mit Ziel, Werkzeugen und Spielregeln. Du sagst ihm, was am Ende rauskommen soll. Er entscheidet selbst, welche Schritte nötig sind, liest zum Beispiel deine Mails, sucht im Netz oder legt einen Entwurf an, und prüft danach, ob das Ziel erreicht ist.
So beschreibt es auch die n8n-Dokumentation zu ihrem AI-Agent-Baustein: Der Agent entscheidet, welche Werkzeuge er aufruft, um eine Aufgabe zu erledigen (n8n Docs).
| Was | Wie es arbeitet | Beispiel |
|---|---|---|
| Chatbot | Antwortet auf deine Frage, handelt nicht selbst | Du fragst, wie man eine Absage formuliert, und kopierst den Text |
| Automatisierung | Folgt festen Wenn-dann-Regeln, denkt nicht mit | Neue Formular-Anfrage landet immer in derselben Tabelle |
| KI-Agent | Bekommt ein Ziel, wählt Schritte und Werkzeuge selbst | Liest die Anfrage, erkennt was der Kunde will, prüft deine Preisliste und legt einen Antwort-Entwurf an |
Faustregel: Ist jeder Schritt immer gleich, reicht eine Automatisierung. Muss zwischendurch jemand lesen, einordnen und entscheiden, lohnt sich ein Agent.
KI-Agenten erstellen: die 4 Wege im ehrlichen Vergleich
Alle Preise und Funktionen habe ich am 18.10.2026 auf den offiziellen Seiten geprüft. Preise stehen teils nur in US-Dollar. Sie ändern sich oft, schau vor dem Kauf noch einmal nach.
| Weg | Kostenlos | Kostet | Für wen |
|---|---|---|---|
| Claude (Projekte, Skills, Claude Code) | Chat, Skills, bis 5 Projekte | Pro 20 $/Monat (17 $ bei Jahreszahlung), Max ab 100 $; Claude Code ab Pro | Selbstständige, die einen Agenten mit eigenem Wissen und eigenen Arbeitsanweisungen wollen |
| ChatGPT (GPTs, Agent-Modus) | GPTs nutzen, aber keine neuen bauen | Agent-Modus ab Plus (40 Nachrichten/Monat), Pro 400; neue GPTs nur in Business, Enterprise, Edu | Wer schon ChatGPT nutzt und Aufgaben im Browser erledigen lassen will |
| Microsoft Copilot Studio | Einfache Agenten in Copilot Chat; Testphase zum Bauen ohne Veröffentlichen | Microsoft 365 Copilot 30 $/Nutzer/Monat (jährlich), Credit-Paket 200 $/Monat für 25.000 Credits oder Abrechnung nach Verbrauch | Firmen, die schon mit Microsoft 365, Teams und Outlook arbeiten |
| n8n (AI-Agent-Baustein) | Community Edition selbst gehostet | Cloud Starter 20 €/Monat (2.500 Ausführungen), Pro 50 €/Monat (10.000), jährlich bezahlt; Modellkosten kommen dazu | Wer Agenten in feste Abläufe mit vielen Tools einbauen will |
Quellen zur Tabelle: Claude-Preise, Claude Projekte, Claude Skills, ChatGPT agent, GPTs erstellen, Copilot-Studio-Preise, Agenten in Copilot Chat, n8n-Preise.
KI-Agent erstellen mit Claude
Bei Claude gibt es drei Stufen. Projekte bündeln Anweisungen und Dateien, auf die Claude in jedem Chat des Projekts zugreift. Free-Nutzer können bis zu fünf Projekte anlegen (Claude Hilfe). Skills sind gespeicherte Arbeitsabläufe, die Claude selbst einsetzt, wenn sie zur Anfrage passen. Sie stehen laut Anthropic in Free, Pro, Max, Team und Enterprise zur Verfügung (Claude Hilfe).
Die dritte Stufe ist Claude Code. Es ist in allen bezahlten Plänen enthalten, nicht im Free-Plan (Claude-Preise). Dort kannst du Subagenten anlegen: spezialisierte Helfer mit eigenem Kontext, eigenen Anweisungen und eigenen Werkzeugrechten. Sie liegen als Textdatei im Ordner .claude/agents (Claude Code Docs). Wie du Claude Code einrichtest, steht im Ratgeber Claude Code.
KI-Agent erstellen mit ChatGPT
Wichtig, weil viele alte Anleitungen das noch anders zeigen: Neue GPTs erstellen und veröffentlichen geht auf privaten ChatGPT-Konten nicht mehr, auch nicht mit Plus oder Pro. Das gilt laut OpenAI-Hilfe für Free, Go, Plus und Pro. Bestehende GPTs kannst du weiter nutzen. Neue GPTs bauen nur noch Business-, Enterprise- und Edu-Arbeitsbereiche (OpenAI Hilfe). Laut SQ Magazine greift die Änderung seit dem 16.08.2026.
Was bleibt, ist der Agent-Modus. Er recherchiert auf Webseiten, in hochgeladenen Dateien und verbundenen Diensten wie E-Mail und füllt zum Beispiel Formulare aus. Er ist in Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu verfügbar. Plus hat 40 Agent-Nachrichten im Monat, Pro 400 (OpenAI Hilfe).
KI-Agent erstellen mit Copilot (Copilot Studio)
Mit dem kostenlosen Copilot Chat kannst du einfache Agenten bauen, die Webinhalte auswerten und feste Anweisungen bekommen (Microsoft Learn). Für mehr brauchst du Copilot Studio. Die Testphase meldest du mit einem Arbeits- oder Schulkonto an, private Mail-Adressen werden abgelehnt. In der Testphase baust und testest du Agenten, veröffentlichen kannst du sie nicht (Microsoft Learn). Für Einzelkämpfer ohne Microsoft 365 ist das der umständlichste Weg.
KI-Agent erstellen mit n8n
n8n ist ein Baukasten für Abläufe. Der AI-Agent-Baustein braucht ein angeschlossenes Sprachmodell und mindestens ein Werkzeug, zum Beispiel Gmail oder eine Tabelle (n8n Docs). Selbst gehostet ist n8n kostenlos, in der Cloud zahlst du nach Ausführungen. Starter und Pro kannst du ohne Kreditkarte testen (n8n-Preise). Das Modell, also zum Beispiel Claude oder GPT, bezahlst du separat beim jeweiligen Anbieter.
KI-Agenten Beispiele: 5 Agenten für Alltag und kleine Firmen
Ein guter erster Agent erledigt eine Aufgabe, die oft vorkommt, nach einem klaren Muster läuft und bei der du am Ende kurz drüberschaust. Diese fünf passen für fast jeden kleinen Betrieb.
Anfragen-Agent
Liest neue Kontaktanfragen, ordnet sie ein (Preisfrage, Termin, Reklamation, Spam) und schreibt dir eine Zeile, was der Kunde will und was als Nächstes zu tun ist.
Angebots-Agent
Nimmt deine Notizen aus dem Kundengespräch, gleicht sie mit deiner Leistungsliste ab und legt einen Angebotsentwurf in deinem Format an. Du prüfst Preise und schickst selbst.
Posteingangs-Agent
Fasst jeden Morgen zusammen, welche Mails wirklich eine Antwort brauchen, und schreibt Antwort-Entwürfe. Gesendet wird nichts ohne dich.
Content-Agent
Macht aus einem Link, einer Sprachnachricht oder einem Kundenfall einen Entwurf für einen Post oder ein Video-Skript in deinem Ton.
Recherche-Agent
Sammelt zu einer Frage mehrere Quellen, fasst sie zusammen und nennt jede Quelle mit Link, zum Beispiel zu Wettbewerbern oder Lieferanten.
Alle fünf haben eins gemeinsam: Der Agent bereitet vor, der Mensch entscheidet. So startest du ohne Risiko und merkst schnell, wo der Agent noch danebenliegt.
Armins Kommandozentrale: Agent mit Skills statt Einzel-Chat
Armin arbeitet täglich mit Claude Code und führt seinen Instagram-Account aus seiner Kommandozentrale. Laut Buffer kamen alle seine Kanäle vom 18.09. bis 17.10.2026 auf 11,4 Mio. Views bei 589 Posts. Wie so eine Zentrale aufgebaut ist, beschreibt sein kostenloser Wochenend-Guide.
- Ein Zuhause: ein Rechner, der rund um die Uhr läuft, ein alter Mac, ein normaler PC oder ein Server in der Cloud.
- Ein Framework: Hermes Agent von Nous Research oder OpenClaw, beide Open Source. Das Modell (Claude, Codex oder Gemini) ist das Gehirn, das Framework gibt ihm Hände, Gedächtnis und Kanäle.
- Ein Onboarding wie für neue Mitarbeiter: daraus entstehen SOUL.md (Charakter und Regeln) und USER.md (alles über dich).
- Skills als Arbeitsanweisungen: drei zum Start, Tagesstart, Angebot und Content aus Link.
- Rechte-Stufen: 1 Lesen, 2 Vorbereiten, 3 Handeln. Hochgestuft wird erst, wenn ein Tool eine Woche sauber lief.
- Erreichbar per Telegram, auf Wunsch mit Sprachantworten, und ein Morgenjob, der jeden Tag den Tagesstart schickt.
Der Gedanke dahinter passt zu diesem Ratgeber: Nicht ein Chat für alles, sondern ein Agent, der dich kennt, und für jede Aufgabe eine eigene Arbeitsanweisung. So wächst aus einem Agenten nach und nach ein kleines KI-Team.
KI Agent erstellen Tutorial: dein erster Agent in 6 Schritten
Dieses Tutorial funktioniert mit Claude im Free-Plan. Mit einem Copilot-Agenten oder einem n8n-Ablauf sind die Schritte vom Prinzip her gleich.
Eine Aufgabe wählen
Nimm eine Aufgabe, die mindestens einmal pro Woche anfällt und dich jedes Mal 20 Minuten kostet. Zum Beispiel: Kundenanfragen beantworten.
Ziel in einem Satz aufschreiben
„Aus jeder Anfrage wird ein Antwort-Entwurf in meinem Ton, mit passendem Paket und einer Rückfrage, falls Infos fehlen.“
Wissen sammeln
Leistungsliste, drei echte Antworten, die du gut fandest, und deine Regeln (zum Beispiel: keine Rabatte, Termine nur dienstags). Persönliche Kundendaten lässt du weg.
Projekt anlegen
In Claude ein neues Projekt erstellen, die Dateien hochladen und die Anweisungen eintragen: Rolle, Ziel, Ablauf, Format der Antwort, was der Agent nie tun darf.
Mit echten Fällen testen
Fünf alte Anfragen reinkopieren, ohne Namen. Jede Abweichung, die dich stört, als neue Regel in die Anweisungen schreiben.
In den Alltag holen
Eine Woche lang jede neue Anfrage durch den Agenten schicken, Entwurf prüfen, selbst senden. Läuft es sauber, baust du den nächsten Agenten.
Wenn der Ablauf sitzt, kannst du ihn als Skill speichern, damit Claude ihn in jedem Chat selbst erkennt. Oder du ziehst um in Claude Code und gibst dem Agenten Zugriff auf Ordner und Tools.
Sicherheit und Datenschutz: DSGVO, Freigabe, KI-Verordnung
- Daten sparsam: Gib dem Agenten nur, was er für die Aufgabe braucht. Kundendaten am besten ohne Namen testen.
- Auftragsverarbeitung: Verarbeitet ein KI-Anbieter personenbezogene Daten deiner Kunden in deinem Auftrag, brauchst du einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO. Prüfe, ob dein Plan das anbietet.
- Mensch gibt frei: Senden, buchen und bezahlen bleibt am Anfang bei dir. Erst lesen, dann vorbereiten, handeln ganz zuletzt.
- Zugangsschlüssel geheim halten: API-Schlüssel gehören in eine eigene Datei auf deinem Rechner, nie in Chats, Screenshots oder geteilte Dokumente.
- Transparenz nach KI-Verordnung: Chattet dein Agent direkt mit Kunden, müssen sie erfahren, dass sie mit einer KI sprechen.
Der letzte Punkt ist Gesetz: Artikel 50 der EU-KI-Verordnung verlangt, dass KI-Systeme, die direkt mit Menschen interagieren, so gebaut sind, dass die Menschen das erfahren. Diese Pflicht gilt seit dem 02.08.2026 (Art. 50 KI-Verordnung). Eine Übergangsfrist bis 02.12.2026 gibt es nur für die maschinenlesbare Kennzeichnung von KI-Inhalten bei Systemen, die schon vor dem 02.08.2026 auf dem Markt waren (Houthoff). Ein Satz wie „Hier antwortet unser KI-Assistent“ reicht als Einstieg. Bei Unsicherheit fragst du einen Anwalt, dieser Ratgeber ist keine Rechtsberatung.
KI-Agent erstellen lassen: wann es sich lohnt
Selbst bauen lohnt sich, wenn es um deine eigenen Abläufe geht und du eine Woche zum Testen hast. Erstellen lassen ist sinnvoll, wenn eines davon zutrifft:
- Der Agent soll an mehrere Systeme gleichzeitig ran, etwa Shop, Buchhaltung und CRM.
- Er verarbeitet sensible Kundendaten und du willst Datenschutz und Rechte sauber dokumentiert haben.
- Mehrere Mitarbeiter sollen ihn nutzen, mit Schulung und klaren Regeln.
- Du hast schlicht keine Zeit, und die Aufgabe kostet dich jede Woche Stunden.
Achte beim Anbieter darauf, dass der Agent in deinen Konten läuft und du alle Zugänge selbst hältst. Lass dir zeigen, was der Agent darf und wie du ihn abschaltest. Umgekehrt ist genau das eine Chance: Wer KI-Agenten für kleine Firmen einrichten kann, hat eine gefragte Fähigkeit. Wie man daraus ein Angebot macht, steht im Ratgeber Mit KI Geld verdienen.
Fazit: klein anfangen, dann ein Team bauen
KI-Agenten erstellen ist 2026 keine Programmierfrage mehr, sondern eine Frage von klaren Aufgaben und klaren Regeln. Für den Einstieg reicht Claude im Free-Plan. Wer schon Microsoft 365 hat, schaut sich Copilot an. Wer viele Tools verbinden will, landet bei n8n. Bei ChatGPT sind neue GPTs für private Konten Geschichte, der Agent-Modus bleibt. Bau einen Agenten, lass ihn eine Woche vorbereiten, gib frei, und erst dann kommt der nächste. Weitere Ratgeber findest du in der Übersicht.